Hunde aus dem Ausland

Pfötchen geben

Viele Hunde, die wir heute in Deutschland und in den Tierpensionen und Hundeschulen antreffen zählen mittlerweile auch zu den Auslandshunden. Oft merkt man das gleich sehr schnell am Verhalten, da sie sich doch von unseren deutschen Hunden unterscheiden. Sie sind wesentlich bescheidener und dankbar für ein Dach über den Kopf und ein regelmäßiges Essen.

Bei Anschaffung eines Tieres aus dem Ausland, besteht die Idee, dass die Tiere Erziehung und Training brauchen. Das funktioniert aber nicht immer so gut.

Daran denken sollten wir, dass diese Tiere ohne Menschen aufgewachsen sind. Entweder auf der Straße oder in einem Tierheim oder Schelter. Sie kennen es nicht, so stark bevormundet zu werden. Wenn jemand bereits eigene Entscheidungen in seinem Leben getroffen hatte, kann man nicht mehr erwarten, dass sie sich einem straffen angepassten Leben noch freiwillig unterordnen.

Hier ist Köpfchen gefragt, um dem neuen Mitbewohner zu überzeugen, dass er gut in Ihrem zu Hause aufgehoben ist.

Das geht nur unter einem gewissen Verständnis seiner Lebensphilosophie und der Suche nach der goldenen Mitte zwischen Ihnen beiden. Die Unterordnung ist hier in diesen Fällen, die schlechtere Wahl.

Weiterhin muss bedacht werden, dass diese Hunde mit einem schweren Rucksack hier in Deutschland ankommen. Sie haben schon einiges erlebt und stressige Zeiten durchgemacht. Da steht ihnen auch nicht der Sinn danach sich mit dem neuen Herrchen und Frauchen um Grundregeln zu streiten.

Viele auffällige Verhaltensweisen stammen aus schlechten Erfahrungen:

  • Ängstliches Verhalten
  • Aggressives Verhalten
  • Bissigkeit
  • Scheu
  • Stubenunreinheit
  • Ungehobeltes Verhalten
  • Traurigkeit
  • Kummer
  • Verlust von Lebenskraft/ Schwäche
  • Sorgen durch Verlust von Partnern
  • Zwangsstörungen

 

Diese Verhaltensweisen können nicht ausreichend trainiert werden, um sie zu verbessern. Es Bedarf einer zusätzlichen psychischen Behandlung um sie wieder in ihr Gleichgewicht zu bringen und ihre Lebensqualität zu erhöhen.

Sie können mit Ihrer Unterstützung zu einem super Wegbegleiter werden und ein langes erfülltes Restleben haben. Dabei unterstütze ich Sie gern.

 

 

Fallbeispiel Gustav:

Gustav kommt aus Rumänien und litt unter schlimmen Zwangsstörungen, indem er seine Pfoten verstümmelte. Teilweise waren ganze Stücken aus den Ballen rausgerissen. Beziehungsweise, die ganze Pfote zerfetzt. Dort vor Ort versuchte man ihm mit verschiedenen Sachen zu helfen. Auch eine Operation an der Wirbelsäule wurde probiert. Es half leider nichts. Nichts konnte Gustav aus seiner Schleife herausholen. Vorgeschichtlich wurde er in der Tötungsstation entdeckt und die Tierschützer holten raus. Mehr wusste man nicht. Eine riesige Narbe am Hals deutete auf Misshandlungen hin.

Beschreibung des Tierschutzvereines:

Gustav ist ca. 4 Jahre alt

– Wurde Anfang April aus der Tötungsstation gerettet

– Dort bekamen wir schon die Info, dass er verhaltensauffällig gegenüber anderen Hunden ist

– Im Tierheim zeigte sich dann, dass er auf seine Hinterpfoten beißt, teilweise bis auf den Knochen

– Die Ärzte stellten alte Narben an den Pfoten fest, sodass klar war, dass er sich schon länger selbst verletzt

– Zuerst war die Vermutung, dass er stressbedingt seine Pfoten verletzt, die Wunden wurden behandelt und verbunden und Gustav kam raus aus dem Zwinger, um mehr Freiheit und weniger Stress zu haben

– Da Gustav aber nicht verträglich mit anderen Hunden ist konnte er sich nicht frei im Tierheim bewegen, weil er immer die anderen Hunde angegriffen hat (schnappt, drängt sie weg, provoziert vermutlich auf Grund seiner Schmerzen/ Unsicherheiten)

– Gustav kam in die Klinik und durfte im OP-Raum leben und hatte dort sein eigenes Reich, hier ging es ihm von den Pfoten her besser, denn er hatte weniger Stress

– Durch ein MRT kam raus, dass Gustav eine Bandscheibenvorwölbung hat und es wurde eine Laminektomie gemacht

– Die OP wurde von einem Ärzteteam in Bukarest durchgeführt, das zwar aus Spezialisten be-stand, aber dennoch war diese OP neu für das Team (ich würde nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass alles perfekt durchgeführt wurde, aber sie haben definitiv ihr Bestes gegeben)

– Nach der OP sah es zuerst gut aus, Gustav hat sich nicht mehr auf seine Hinterbeine gebissen und die OP-Wunde am Rücken verheilte gut

– Dann ist die Wunde leider angeschwollen und es bildete sich eine große Beule voller Wundflüssigkeit

– Gustav begann wieder, sich auf die Hinterbeine zu beißen

– Weil Gustav zudem in der Klinik im OP-Raum nicht machen wollte, und immer viel zu lange eingehalten hat, wurde er in einen neu gebauten, sehr großen Einzelzwinger verlegt, wo er sich auch wohl gefühlt hat

– Die Beule am Rücken schwoll wieder ab, jedoch beißt er sich immer noch auf die Hinterbeine

– Um zu testen, ob er im Einzelzwinger vielleicht zu einsam ist, wurde eine sehr unterwürfige, liebe Hündin zu ihm gebracht, zu ihr war er meist freundlich, jedoch hat er weiter auf seine Füße gebissen

Die Verbände an den Füßen werden täglich gewechselt, doch weil er sich manchmal den Ver-band abreißt, wurden sie nun zusätzlich noch mit Panzertape befestigt, auch das hat er letzte Nacht durchgebissen und sich die Füße extrem blutig gebissen und dabei eine Arterie verletzt

– Die Ärzte sind inzwischen ratlos und wissen wirklich nicht mehr, was sie noch machen sollen, alle Tierpfleger und unsere Tierschützerin  (gelernte Tierarzthelferin) sowie der örtliche Tierarzt und der Spezialist aus Bukarest geben ihr Bestes, aber keiner weiß mehr, was sie noch machen sollen

– In der letzten Woche wurden homöopathische Beruhigungsmittel angewendet, um zu versuchen, den Stress zu lindern, aber auch das hat nicht geholfen

– Gustav kann normal laufen und sich bewegen,

– zu Menschen ist er sehr lieb, verschmust und zutraulich

 

Gustav wurde dann nach Deutschland gebracht und konnte erfolgreich behandelt werden. In diesem Fall half die Homöopathie sehr gut. Der richtige Umgang mit ihm wurde ihm entsprechend angepasst. Somit konnte er es schaffen aus seiner traumatischen Schleife heraus zu kommen und lebt heute ein normales Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fallbeispiel Benjamin:

Benjamin stammt aus Spanien und hatte den größten Teil seines Lebens im Schelter verbracht. Trotz seiner schönen Erscheinung konnte er lange nicht vermittelt werden. Bis endlich eine Tierschützerin mit Erfahrung ihn zu sich nahm. Der Umgang mit ihm war sehr gut. Sie konnte ihn gut verstehen. Ein Problem hatte er aber, sein Laufradius war sehr groß und zu viel. Auf der Karte kann man sehen, wie unruhig er war. Er fand auch grundsätzlich schwer Ruhe. Diese lange Gefangenschaft, der Bewegungsmangel und der ständige Stress drum herum haben ihm über die Jahre sehr zugesetzt. Dadurch ist sein Verhalten so entstanden.

Nachdem wir ihn behandelt hatten, zeigte sich eine deutliche Verbesserung seines Verhaltens. Benjamin kam zur Ruhe. Auf der zweiten Karte ist erkennbar, dass sein Laufradius sich deutlich verbessert hatte und er wesentlich gezielter seine Ziele ablief. Somit konnte seine Lebensqualität auch wieder deutlich verbessert werden.

 

 

 

 

 

 

 

Fallbeispiel: Huba

Huba stammt aus einem Bulgarischen Verein. Sie ist 7 Jahre alt und wurde in einem Tierheim entdeckt. Sie lag an der Kette, weil man ihr aggressives Verhalten zu Nutze machen wollte. Ich stellte fest, dass Huba dahingehend falsch informiert wurde, dass sie glaubte, sie müsse die Hunde angreifen. Sie wurde regelrecht aufgehetzt.

Sie wurde dort rausgeholt und konnte auf eine Pflegestelle gebracht werden. Leider stellte sich das Verhalten der Huba als schwierig heraus. Man versuchte es zu trainieren und ihr ein besseres Benehmen anzutrainieren. Was aber noch nicht so gut gelang. Die Pflegestelle kam erstmal nicht weiter, so dass wir Huba hier übernahmen. Mittels der Knopfdrucktherapie konnten Huba sehr schnell geholfen werden.

In den Anfängen war Huba sehr aggressiv mit den Hunden. Sie konnte durchaus auch mal Menschen anknurren. Verteidigte massiv Futter und Decke. Nachdem ich die Behandlung eingeleitet hatte entwickelte sich Huba schnell zu einem freundlicheren Hund. Kontakte mit anderen Hunden konnten dann schrittweise durchgeführt werden und steigerte sich relativ schnell in Kontakten mit verschiedenen Hunden. Hier war wichtig, welche man im Erstkontakt bei schwierigen Hunden zuerst wählt , dann kann man es mit anderen Hunden fortsetzen.

Es stellte sich immer mehr heraus, dass Huba eine der liebevollsten Hündinnen war und sogar sich um Welpen kümmerte und sie umsorgte und beschützte. Sie ist ein absolut freundlicher und anschmiegsamer Hund geworden.

Die Knopfdrucktherapie war im Prinzip drei Mal am Tag sie zu kuscheln und zu umarmen und ihr zu signalisieren, dass sie eine tolle Leithündin ist und wir uns freuen, dass es sie gibt. Das hat ihr sehr viel Auftrieb gegeben und sie bemühte sich immer mehr es besser zu machen.

Die körperliche Schwäche wird noch mal gesondert behandelt. Da auch sie sehr viel Energie verloren hat. Das aber nicht Auslöser Ihrer anfänglichen Aggressivität war.

Heute ist sie eine der liebevollsten Hündinnen, die ich je getroffen habe. Und Huba hat sich nun auf ihren Weg begeben, sich selber neu zu entdecken und nimmt immer mehr Führung ein. Diesen Raum darf sie haben. Somit lebt sie heute ein normales Leben. Raus aus ihren Erlebnissen und rein in die Normalität.

 

 

 

 

 

 

 

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